Umfeldplanung Quartiersgarage Glauburgschule – Nordend - Grüne kündigen Parkplatz - Kompromiß auf

 Die Freude der Anwohner über die voll ausgebuchte neue Quartiersgarage mit einer inzwischen langen Wartliste von weiteren interessierten Anwohnern wird durch die anstehende „Umfeldplanung“ doch merklich getrübt. Ja, es ist richtig, in der Umgebung der Quartiersgarage viele neue Bäume zu pflanzen, Urban Gardening – Flächen vorzusehen (von den Bürgern unterhaltene Pflanzbeete) und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger auf der Straße und die Sicherheit von Kreuzungen u.a. durch sogenannte „Gehwegnasen“ zu verbessern. Aber ist es auch richtig, die Anwohner jetzt mit einem in diesem Umfang nie geplanten Abbau von Straßenparkplätzen für Autos zu überraschen? Wohl eher nicht. 

 

„Der Parkdruck im Nordend ist unvermindert groß. Die neu gebauten Stellplätze in der Anwohnerquartiersgarage Glauburgschule sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es wurden in den letzten Jahren viel mehr Parkplätze gestrichen als neu gebaut.“ erklärt Claudia Ehrhardt für die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 3 – Nordend. „Aus vielen Gesprächen weiß ich, daß für die Menschen, insbesondere für Familien und Senioren, die Parkplatzsuche eine echte Belastung ist. Deshalb sollten Parkplätze nur dort wegfallen, wo eine wirkliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Menschen entsteht“ erläutert sie weiter. Unter dieser Prämisse hatten die Christdemokraten für die Sitzung des Ortsbeirates 3 / Nordend am 10. Juli 2014 einen Antrag mit verschiedenen Verbesserungsvorschlägen zu einem Vorschlag der Stadt formuliert. Sie plädierten für neue Bäume und Straßenumbauten, für die Beibehaltung der Parkplätze in der Glauburgstraße und forderten, dafür die Sackgasse der nördlichen Lenausstraße komplett als Spielstraße ohne parkende Autos auszuweisen. Sie erinnerten an die im Ortsbeirat 3 und 2008 in der Stadtverordnetenversammlung gefaßten Beschlüsse, daß im Zuge des Bauvorhabens „Anwohnerquartiersgarage Glauburgschule“ oberirdisch bis zu 30% der unterirdisch geschaffenen Stellplätze entfallen sollte. Das wären rechnerisch 30 wegfallende Parkplätze.

Die grün – rote Mehrheit im Ortsbeirat 3 will jetzt aber mehr als 42 legale Parkplätze streichen. Zusätzlich werden seit Jahrzehnten geduldete und von den Anwohnern genutzte weitere 20 Parkplätze überwiegend in der Lortzingstraße gestrichen. Insgesamt sind in dem Quartier zwischen Friedberger Landstr./ Nordendstr./Eckenheimer Ldstr./Neuhofstr. in den letzten Jahren schon jetzt weit mehr als 100 Parkplätz für die Anwohner weggefallen. Grund waren zahlreiche Umgestaltungen des Straßenraums im Rahmen verschiedener Projekte, zum Beispiel im Zuge des barrierefreien Umbaus der Straßenbahnhaltestellen in der Friedberger Landstraße Ecke Glauburgstraße, der Umgestaltung des kürzlich neu so getauften Matthias-Beltz-Platzes und südlich des Nordend-Platzes. Ersatz für diese weggefallenen Parkplätze wurde stets versprochen, aber nie realisiert. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsbeirat 3, Rainer Krug, spricht von einem „Parkplatz-Kahlschlag“ im Quartier rund um die frühere Glauburgschule, mit welchem der Parkplatz-Kompromiß des Ortsbeirates und der Stadtverordneten im Frankfurter Römer aus 2008 glatt unterlaufen wird. „Aus Anlaß der Anwohnerquartiersgarage werden jetzt mit der Umfeldplanung zur Quartiersgarage faktisch mehr als 100 bisher für die Anwohner kostenfreie Straßenparkplätze in kostenpflichtige Tiefgaragenstellplätze umgewandelt und zahlreiche weitere Parkplätze ersatzlos gestrichen. Das halte ich sozialpolitisch für eine problematische Entwicklung. Ein Quartier, in dem autofahrende Normalverdiener keinen Platz mehr haben, streben wir nicht an.“, resümiert Rainer Krug. 

 

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